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28.05.2014

Patientengeschichte von Gaby B.: „Ich versuche gelassen zu sein, denn schließlich bin ich nicht schuld an meiner Rosacea“

Mein Name ist Gaby B. und ich bin Kosmetikerin. Rosacea (Rosazea) habe ich seit 2005. Da tauchten plötzlich Pickelchen und Pusteln in meinem Gesicht auf. Lange Zeit unternahm ich nichts dagegen. Erst sechs Jahre später erfuhr ich durch Zufall, dass ich an Rosacea leide. Inzwischen habe ich meinen Alltag meiner Hauterkrankung angepasst, sodass ich gut mit ihr leben kann. Fragen und Kommentare meiner Mitmenschen verletzen mich nicht, da ich weiß, dass ich keine Schuld an meinen Hautproblemen trage. Diese Einstellung möchte ich auch anderen Betroffenen mit auf den Weg geben.

Zufällige Diagnose

Alles fing damit an, dass ich auf einmal kleine, stecknadelgroße Pickelchen und Pusteln bekam, vornehmlich auf der Stirn. Diese störten mich zwar, doch anstatt etwas dagegen zu unternehmen, schimpfte ich nur über sie. Rosacea war mir durch meinen Beruf als Kosmetikerin zwar ein Begriff, aber trotzdem vermutete ich sie nicht bei mir. Denn die typischen Rötungen kamen erst nach und nach. Außerdem waren sie bei weitem nicht so auffällig wie diese Pickelchen. 2011 ging ich wegen anderer Beschwerden zur Hautärztin – doch ihr fiel sofort meine Rosacea ins Auge! Von da an wusste ich, dass die Symptome nicht so leicht verschwinden würden. Ich musste meine Gewohnheiten ändern.

Mein Alltag nach der Diagnose

Ich begann direkt die Therapie mit einem niedrig dosierten Antibiotikum. Vor allem musste ich jedoch lernen, die Rosacea im Alltag stärker zu berücksichtigen. Heute versuche ich meine Provokations-Faktoren zu meiden. Dazu gehört besonders Wärme. „Ich spring mal schnell unter die Dusche und dann können wir los.“ – Das geht bei mir nicht. Wenn ich mich abends verabrede, muss ich immer mindestens zwei Stunden vorher duschen, damit sich meine Haut vom Wärmestau in der Dusche erholen kann. Direkt nach der Dusche sehe ich nämlich aus wie ein Feuermelder. Auch die Sauna meide ich. In meinem Beruf kann ich Wärme leider nicht immer aus dem Weg gehen. Oft arbeite ich nämlich mit Mundschutz, weshalb meine Haut sehr oft gerötet ist.
Auch Sektempfänge sind heikel, da Alkohol, besonders der spritzige Sekt, ebenfalls zu meinen Auslösern gehört. Trinke ich auch nur ein Glas, denken die Leute vermutlich, ich hätte schon fünf Gläser getrunken. Über so etwas mache ich mir jedoch keine Gedanken. Andere Menschen sind selbst an ihrem Hautzustand schuld, wenn sie sich beispielsweise ungeschützt sehr starker Sonneneinstrahlung aussetzen oder sich aggressiven Peelings unterziehen. Ich dagegen kann nichts für meine Erkrankung.

Mein Rat an andere Betroffene

Ich rate Betroffenen deshalb, sich nicht selbst zu quälen; sie sollten aber auf jeden Fall zum Hautarzt gehen. Trotz meines Vorwissens hat selbst mein relativ geschultes Auge meine eigene Rosacea nicht erkannt. Statt zum Hautarzt zu gehen, blieb ich lange tatenlos und meckerte lieber über meine Haut. Mein Fall zeigt, dass nun einmal nur der Hautarzt die richtige Diagnose stellen und die richtige Therapie einleiten kann.
Schließlich gibt es heutzutage viele Möglichkeiten, die Symptome in den Griff zu bekommen. Auch Betroffene selbst können hierzu ihren Beitrag leisten. Dazu zählt nicht nur die Vermeidung der Auslöser. Es gibt für Rosacea-Haut geeignete Kosmetik, die Rötungen gut abdecken kann. Auch der Weg in ein Kosmetikstudio lohnt sich. KosmetikerInnen können die Behandlung mit Massagen, Masken und Peelings, die speziell für Rosacea-Haut geeignet sind, unterstützen. Gerade als Frau hat man außerdem viele Möglichkeiten, die Symptome geschickt zu kaschieren. Durch clevere Farbwahl bei der Kleidung oder durch Betonung der Augen kann man von den Symptomen ablenken. So kann jeder seinen persönlichen Weg finden, mit seiner Rosacea fertig zu werden.

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