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Detox für die Haut: Macht das überhaupt Sinn?

Wenn der Frühling vor der Tür steht, liest man wieder überall von „Detox“ – auch für die Haut. Dabei werden verschiedenste Maßnahmen empfohlen wie etwa basische Bäder, Wechselduschen, Masken für die Haut oder Detox-Tees. Doch braucht es diese „Entgiftungs-Kuren“ überhaupt? 

Was heißt eigentlich Detox?

Physiologisch gesehen meint „Detox“ (Detoxifikation) den Abbau schädlicher Substanzen über die Leber und andere Organe oder verschiedene medizinische Entgiftungsmaßnahmen, die nach einer Intoxikation durchgeführt werden – beispielsweise nach einer Alkohol- oder Medikamentenvergiftung.1 Die Detoxifikation, von der in der Wellness- oder Beauty-Welt gesprochen wird, meint jedoch meist das Eliminieren von sogenannten Gift- oder Schlackenstoffen, die sich angeblich durch unser alltägliches Leben im Körper oder in der Haut ansammeln und die durch verschiedene Maßnahmen entfernt werden sollen.

Der Mythos Detox

Eines kann man vorweg nehmen: Unser Körper muss, solange er nicht durch die fälschliche Aufnahme großer Alkoholmengen o. Ä. vergiftet wurde, grundsätzlich nicht entgiftet werden. Maßnahmen, die in der Alternativmedizin zur Ausscheidung von Gift- oder Schlackenstoffen empfohlen werden, wie z. B. Erbrechen, Einläufe oder Schwitzen, sind wissenschaftlich nicht belegt und können dem Organismus sogar schaden.1 Auch für sogenannte Schlacken, die sich im Körper ablagern und für Unwohlsein oder gar chronische Krankheiten wie Rosacea sorgen sollen, fehlt bislang der wissenschaftliche Nachweis.2 Unbestritten ist, dass eine unausgewogene Ernährung sowie Alkohol, Nikotin, Umweltgifte und Stress unserer Gesundheit schaden können. Doch die gute Nachricht ist: Ein gesunder Körper „detoxt“ sich selbst, indem er unerwünschte Stoffe über Leber, Nieren, Darm, Haut und Atmung ausscheidet.2

Entgiften über die Haut? Was Rosacea-Betroffene beachten sollten.

Die Haut ist unser größtes Organ und der Körper scheidet Stoffwechselprodukte über sie aus. Kein Wunder also, dass in vielen Medien Tipps für „Haut-Detox“ veröffentlicht werden. Oft genannt werden basische Produkte, z. B. Basenbäder, sowie die Tiefenreinigung mit speziellen Ölen, Seifen oder Gesichtsmasken. Diese stellen für gesunde Menschen kein Risiko dar. Personen, die von der Hautkrankheit Rosacea betroffen sind, sollten damit jedoch vorsichtig sein. Wie die Rosacea-Haut am besten gepflegt werden soll und welche Produkte empfohlen werden, könnt Ihr in der Info-Broschüre  und im Einkaufsführer von „Aktiv gegen Rosacea“ nachlesen. Wichtig ist, dass die empfindliche Rosacea-Haut nur mit speziell abgestimmten, pH-hautneutralen und milden Pflegeprodukten gereinigt und gepflegt wird, die frei von Parfum, Alkohol oder ätherischen Ölen sind. Bei Bädern ist zudem Vorsicht geboten, weil sehr warmes Wasser einen Rosacea-Schub auslösen kann. Auch Wechselduschen oder Saunagänge, die für einen besseren Lymphfluss und das „Ausschwitzen“ von Giftstoffen sorgen sollen, sind nicht zu empfehlen, da der Wechsel von kalt zu sehr warm die Haut stressen kann. Menschen mit Rosacea sollten zum Waschen oder Duschen lauwarmes Wasser bevorzugen. 

Eine Rosacea-Diät gibt es nicht

Auch „Detox-Diäten“ sind heute in aller Munde. Für Saftkuren, Rohkost-Diäten oder Detox-Tees gibt es allerdings ebenfalls keine aussagekräftigen medizinischen Studien, die ihre „innerliche Reinigungswirkung“ belegen.3 Für Rosacea-Betroffene gibt es keine spezielle „Rosacea-Diät“ – vielmehr gelten auch bei Rosacea die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für eine vollwertige und abwechslungsreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten, ergänzt durch gesunde Fette und tierische Lebensmittel.4 Es gibt jedoch bestimmte Lebens- und Genussmittel, wie z. B. scharfe Gewürze, histaminreiche und fermentierte Lebensmittel sowie Alkohol, die Trigger für eine Verschlechterung des Hautbildes bei Rosacea sein können. Hierzu ein Tipp: Um persönliche Trigger besser kennenzulernen und in Zukunft vermeiden zu können, können Betroffene die Rosacea-Tagebuch-App nutzen. Darin können alle Daten zur Rosacea-Erkrankung – aktueller Hautzustand, Medikamente, Pflegeprodukte sowie mögliche Trigger – erfasst und langfristig dokumentiert werden. Dies hilft, die Erkrankung besser zu verstehen.


Quellen
1 DocCheck Flexikon. Entgiftung. https://flexikon.doccheck.com/de/Entgiftung#:~:text=den%20Entzug%20von%20Suchtmitteln%20bzw,n%C3%A4her%20spezifizierter%20Gift%2D%20und%20Schlackenstoffe (Letzter Zugriff am 18.10.2022).
2 Verbraucherzentrale. Detox – gesünder durch Entgiftung?
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/detox-gesuender-durch-entgiftung-25381 (Letzter Zugriff am 18.10.2022). 
3 Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Entgiftungsdiäten, Schlank im Schlaf-Diät, HCG-Diät – ein Überblick. DGEinfo 2018(3), S. 39-45.
4 Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/ (Letzter Zugriff am 20.10.2022).
 

Extra-Tipp: Die App „Rosacea-Tagebuch“

Dokumentiert regelmäßig Euren Hautzustand mit der mobilen App „Rosacea-Tagebuch“. So könnt Ihr das Befinden Eurer Haut langfristig im Blick behalten und lernen, Eure persönlichen Auslöser immer besser zu meiden.

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