1. Rosacea immer behandeln
Rosacea ist nicht heilbar, aber es gibt wirksame und gut verträgliche Behandlungsmöglichkeiten. „Rosacea-Patienten sollten frühzeitig einen Hautarzt aufsuchen und dort ihre Symptome beschreiben, so dass sie entsprechend beraten und behandelt werden können“, erläutert die Berliner Dermatologin den ersten und entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Besserung. „Wichtig ist vor allem, dass das verschriebene Medikament nach Angaben des Arztes verwendet wird.“ Bis sich sichtbare Erfolge einstellen, kann es mehrere Wochen, z. T. auch Monate dauern. Auf keinen Fall sollten Patienten die Therapie eigenhändig absetzen. Eine mangelnde Wirksamkeit sollte man im Kontrolltermin beim Hautarzt unbedingt ansprechen und mit ihm zusammen entscheiden, ob man eine alternative Behandlung ausprobieren möchte. Auch wenn sich das Hautbild unter der Therapie verbessert und man keine Beschwerden mehr hat, sollte man die Therapie nicht einfach absetzen. Rosacea ist eine chronische Erkrankung, d. h. sobald die Therapie, die sie kontrolliert, abgesetzt wird, ist die Rückkehr der Symptome sehr wahrscheinlich.
2. Auslöser vermeiden
Auslöser für einen Krankheitsschub, sogenannte Trigger, sind bei Rosacea sehr individuell und es gibt sie wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Auf einige Faktoren reagiert jedoch fast jeder Rosacea-Patient. Hierzu zählen unter anderem UV-Strahlung, scharfe Gewürze, Alkohol, Stress und Temperaturwechsel. „Rosacea-Patienten sollten ihre persönlichen Triggerfaktoren kennen und so gut wie möglich vermeiden. Ein Rosacea-Tagebuch kann hilfreich sein, um die eigenen Trigger herauszufinden und sich auf das nächste Arztgespräch vorzubereiten“, erklärt Hofmann. Eine Vorlage für ein solches Tagebuch findet Ihr hier:
http://www.rosacea-info.de/pdf-download/rosacea-tagebuch.pdf.
3. Hautpflege & Kosmetik
Rosacea-Betroffene haben eine besonders empfindliche Haut, die auf bestimmte Inhaltsstoffe sehr sensibel reagiert. Grundsätzlich gilt: Die Hautpflege darf nicht zu fetthaltig sein und sollte möglichst wenig Zusatzstoffe enthalten, die die Haut reizen könnten. „Viele Patienten verwenden Produkte für sensible Haut – z. B. spezielle Feuchtigkeitspflege aus der Apotheke, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Rosacea-Haut ausgerichtet ist. Die Hautpflege sollte schnell einziehen und die Haut beruhigen sowie langanhaltend mit Feuchtigkeit versorgen“, betont Hofmann und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Für betroffene Männer gilt: Creme ist nicht gleich Creme. Nur aus Bequemlichkeit die Creme der Partnerin zu verwenden, ist daher der falsche Ansatz – man(n) braucht eine Creme, die zur Haut passt.“
Da UV-Strahlung ein wesentlicher Triggerfaktor für die meisten Patienten ist, sollte auch ein entsprechender Sonnenschutz zum alltäglichen Pflegeprogramm gehören. Gängige Sonnencremes sind jedoch oft nicht für Rosacea-Haut geeignet, da sie meist zu fetthaltig sind. Empfehlenswert sind Sonnenschutzprodukte in Form eines Gels oder Fluids mit einem Lichtschutzfaktor 50+.
Auch auf Kosmetik und Make-up müssen Rosacea-Patientinnen laut Hofmann nicht verzichten: „Hier gilt das Gleiche wie bei der Hautpflege und dem Sonnenschutz: Eine leichte, reizarme Formulierung wird in der Regel gut vertragen. Wird parallel ein Medikament in Form eines Gels oder einer Creme verwendet, muss darauf geachtet werden, dass dies zuerst aufgetragen wird und gut in die Haut eingezogen ist, bevor Hautpflege, Sonnenschutz und Kosmetik zum Einsatz kommen.“
4. Besser gut informiert
„Lange Zeit gab es keine Neuerungen bei der Rosacea-Behandlung, doch momentan tut sich sehr viel in der Erforschung der Krankheitshintergründe und der Entwicklung neuer Medikamente“, beschreibt Hofmann die aktuelle Situation. „Umso wichtiger ist es, dass sich Patienten über ihre Erkrankung und neue Behandlungsmöglichkeiten informieren.“ Die wichtigste Anlaufstelle ist und bleibt dabei der Hautarzt. Untersuchungen zeigen übrigens, dass Patienten, die sich ausführlich mit ihrer Erkrankung beschäftigen, auch im Umgang damit selbstbewusster sind und sich insgesamt besser mit ihrer Erkrankung arrangieren können. Up-to-date bleiben lohnt sich also!