Unterschiede der Hautstruktur bei Männern und Frauen
Wesentlich ist unter anderem, dass Männer eine andere Hautstruktur haben als Frauen. Männerhaut weist bis zum 40. Lebensjahr mehr Feuchtigkeit auf. Dies bedeutet, dass Männer anscheinend erst später altern, dafür dann aber schneller und intensiver als Frauen. Die Haut bei Männern ist zudem durch eine höhere Talg- und Schweiß-Produktion fettiger und großporiger. Zusätzlich ist Männerhaut in der Regel 0,2 Millimeter dicker und hat einen niedrigeren pH-Wert.
Tendenziell sind mehr Frauen von Rosacea betroffen. Das wohl prägnanteste Symptom der Rosacea, die sogenannte „Knollennase“ (medizinisch: Rhinophym) tritt jedoch bei Männern deutlich öfter auf als bei Frauen.
Behandlung von Rosacea bei Männern und Frauen
Gleichermaßen wichtig sowohl für Frauen als auch Männer mit Rosacea: Rosacea ist nicht heilbar, aber eine gezielte medizinische Behandlung der Hautkrankheit und ein angepasster Lebensstil können die Symptome lindern und Hautauffälligkeiten wie Hautrötungen, Papeln und Pusteln abheilen lassen. Die Häufigkeit der Krankheitsschübe kann durch eine Behandlung deutlich verringert werden. Mit modernen Medikamenten haben Frauen wie Männer mit Rosacea die Möglichkeit, vollständig erscheinungsfrei zu werden. Dieser Hautzustand wird „CLEAR“ genannt. Wichtig hierfür: Gehe regelmäßig zu einem Hautarzt/einer Hautärztin. Denn nur Dermatolog:innen können eine auf Deine individuellen Symptome abgestimmte Therapie auswählen und ggf. neuere Medikamente verordnen, die eine bessere Wirkung für Deine Haut zeigen können.
Ob es nun um Make-Up und/oder das Rasieren geht, so ist es wichtig den besonderen Ansprüchen der Rosacea-Haut gerecht zu werden. Bei der Rasur bedeutet dies vor allem, dass eine Trockenrasur mit einem Elektrorasierer und in Wuchsrichtung zu rasieren empfohlen werden. Beim Schminken sollten Produkte, die einen niedrigen Fett-/Öl-Anteil haben, nicht okklusiv (nicht Poren-verschließend) sind und keine reizenden Inhalts- und Duftstoffe besitzen ausgewählt werden.
Rosacea und Migräne
Ein weiteres interessantes Phänomen: Bei Männern und Frauen gibt es einen Zusammenhang zwischen Rosacea und Migräne. Laut einer dänischen Studie hatten Frauen im Alter über 50 Jahre, die an Rosacea erkrankt waren, ein 1,3-mal höheres Risiko auch an Migräne zu leiden.¹ In einer finnischen Studie gaben von den Rosacea-Betroffenen 21,5 % an, nicht nur an der chronischen Hautkrankheit zu leiden, sondern auch unter starken Kopfschmerzen.³ Sie berichteten deutlich öfter über das Auftreten mehrerer typischer Migräne-Symptome und über einseitige, pochende Kopfschmerzen.³ Besonders Männer hatten ein erhöhtes Risiko, dass Rosacea und Migräne gleichzeitig auftreten: Die Wahrscheinlichkeit einer ärztlich diagnostizierten Migräne war in dieser Gruppe doppelt so hoch bei Rosacea-Betroffenen wie bei Teilnehmern, die nicht von der Hautkrankheit betroffen waren.²
So zeigen Männer und Frauen mit Rosacea einige Unterschiede in der Krankheitsausprägung und bei z. B. Begleiterkrankungen auf. Dabei gilt aber für alle Betroffenen gleichermaßen: Es sollte frühestmöglich ein Dermatologe/eine Dermatologin aufgesucht werden, damit eine individuelle Therapie eingeleitet werden kann.
Literatur:
¹ Christensen CE, Andersen FS, Wienholtz Net al. The relationship between migraine and rosacea: systematic review and meta-analysis. Cephalalgia 2018;38:1387–98.2
² Egeberg A, Ashina M, Gaist Det al. Prevalence and risk of migraine in patients with rosacea: A population-based cohort study. J Am AcadDermatol 2017;76:454–8.
³ Sinikumpu SP et al. Male patients with rosacea have increased risk for migraine: a population-based study. Br J Dermatol 2021. 185:1058-1060; DOI: 10.1111/bjd.20578 https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/bjd.20578
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