Ist Rosacea erblich?
Ja, es gibt eine erbliche Veranlagung für Rosacea. Bei vielen Betroffenen haben bereits Eltern oder Großeltern an anhaltenden Rötungen, erweiterten Äderchen im Gesicht oder der Rosacea-typischen „Knollennase“ (Rhinophym) gelitten.
In Deutschland leiden nach aktueller Studienlage etwa 2–12 % der Bevölkerung an Rosacea. Das sind bis zu 10 Millionen Menschen.1,2,3 Viele wissen jedoch gar nicht, dass ihre Hautprobleme Zeichen einer Rosacea sind, weshalb die tatsächliche Zahl der Erkrankten wahrscheinlich noch höher liegt.
Neben der erblichen Veranlagung spielen weitere Faktoren bei der Entstehung dieser chronischen Hauterkrankung eine Rolle: Störungen im Immunsystem und der Durchblutung sowie die Haarbalgmilbe Demodex folliculorum. Diese winzige Milbe (ca. 0,3 mm) ist auf der Haut nahezu jedes Erwachsenen zu finden. Eine hohe Besiedlung mit Demodex gilt heute jedoch als ein weiterer begünstigender Faktor für Entzündungsreaktionen bei Rosacea. Bakterien hingegen spielen als Ursache keine Rolle.
Wenn Rosacea in Deiner Familie vorkommt, lohnt es sich besonders, frühzeitig zum Hautarzt oder zur Hautärztin zu gehen, wenn Du plötzlich die typischen Rosacea-Symptome wie Rötungen, Papeln (Knötchen) oder Pusteln (Eiterbläschen) im Gesicht bekommst. Eine frühe Diagnose und konsequente Therapie tragen dazu bei, den Hautzustand CLEAR – also vollständige Erscheinungsfreiheit ohne Rötungen, Papeln oder Pusteln – zu erreichen und langfristig zu halten.
Ist Rosacea ansteckend, insbesondere die entzündlichen Papeln und Pusteln?
Nein, Rosacea ist nicht ansteckend. Auch wenn Du unter deutlich sichtbaren und entzündlichen Papeln und Pusteln leidest, besteht keinerlei Ansteckungsgefahr für Dein Umfeld. Das ist eine wichtige Botschaft, um Vorurteile gegenüber Betroffenen zu vermeiden.
Ebenfalls wichtig für Dich ist, dass Du die Knötchen und Eiterpickel niemals ausdrücken oder quetschen solltest. Das kann die Entzündung verstärken und zu Narbenbildung führen. Stattdessen gilt: Die betroffenen Stellen nach Anweisung Deiner Hautärztin oder Deines Hautarztes medikamentös behandeln.
Zur Unterstützung der medikamentösen Therapie empfehlen Rosacea-Expert:innen die tägliche CTMP™-Routine: sanfte Reinigung (Cleanse), Auftragen des Rosacea-Medikaments (Treat), Feuchtigkeitspflege (Moisturize) und konsequenter UV-Schutz (Protect). Diese strukturierte Rosacea-Hautpflege trägt wesentlich zur Stabilisierung der Hautbarriere und zur Vermeidung neuer Schübe bei.
Bekomme ich mit Rosacea automatisch irgendwann eine „Knollennase“?
Nein, das ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Rosacea verläuft nicht bei jedem Betroffenen gleich, und die verschiedenen Symptome treten nicht zwingend nacheinander auf oder steigern sich automatisch in ihrer Schwere. Bei einem Erkrankten nimmt die Rosacea einen schweren Verlauf mit starker Ausprägung mehrerer Symptome, bei einem anderen bleibt sie in einem leichteren Zustand.
Die „Knollennase“, medizinisch Rhinophym genannt, entsteht durch Bindegewebs- und Talgdrüsenvergrößerungen und tritt vor allem bei Männern auf.
Schweren Rosacea-Verläufen vorbeugen
Was kannst Du tun,wenn Du bei Dir mögliche Rosacea-Symptome bemerkst? Die wichtigste Maßnahme: Gehe frühzeitig und regelmäßig zum Hautarzt bzw. zur Hautärztin und beginne rechtzeitig mit einer konsequenten Rosacea-Therapie. Denn nur durch eine kontinuierliche, individuell abgestimmte Therapie kannst Du den Hautzustand CLEAR, also die völlige Erscheinungsfreiheit (keine Rötungen, Papeln oder Pusteln) erreichen – und auch damit neue Schübe seltener und schwächer werden lassen. Wichtig dabei: Hab Geduld! Denn die Rosacea muss langfristig behandelt werden.
Zusätzlich helfen:
- Die Kenntnis und Vermeidung Deiner persönlichen Trigger (z. B. UV-Strahlung, Alkohol, Stress, scharfe Speisen)
- Eine tägliche Hautpflege nach dem CTMP™-Prinzip
- Das regelmäßige Dokumentieren von Schüben und Auslösern – z. B. mit der Rosacea-Tagebuch-App
Mythen kennen, Fakten nutzen
Rosacea ist nicht ansteckend, hat eine genetische Komponente und eine „Knollennase“ ist kein unausweichliches Schicksal. Was wirklich zählt, sind die frühe Diagnose, eine konsequente und langfristige Rosacea-Therapie sowie die tägliche CTMP™-Routine. Wer das im Blick behält und eng mit seiner Hautärztin/seinem Hautarzt zusammenarbeitet, hat gute Chancen, den Hautzustand CLEAR zu erreichen – und damit spürbar besser durch den Alltag zu kommen.
Literatur:
¹ Tan J. et al. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2016; 30(3):428–34.
² Gether L. et al. Br J Dermatol. 2018; 179(2):282–9.w
³ Hilbring C. et al. Int J Dermatol 2022; 61(5):570–6.
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